Reiseübelkeit kann selbst eine landschaftlich reizvolle Autofahrt zur Belastungsprobe machen. Mit der richtigen Vorbereitung und einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko für Unwohlsein unterwegs deutlich reduzieren.
Gerade kurvenreiche Strecken, holprige Straßen und Serpentinen bringen den Gleichgewichtssinn aus dem Takt. Besonders Kinder reagieren darauf häufig empfindlich, doch auch Erwachsene können von der sogenannten Reisekrankheit betroffen sein.
Vor der Fahrt beginnt die beste Vorbereitung mit ausreichend Schlaf und bequemer Kleidung. Starke Gerüche wie Parfum oder intensive Essensgerüche sollten vermieden werden. Auch die Ernährung spielt eine Rolle: Leichte Mahlzeiten sind bekömmlicher als schwere Speisen, während Alkohol und viel Koffein den Magen zusätzlich belasten können. Kräutertee, Ingwer oder eine Kiwi gelten als mögliche Begleiter vor einer längeren Fahrt.
Auch Ingwer wird traditionell gegen Reiseübelkeit eingesetzt. Wer darauf setzt, kann ihn frisch oder als Tee konsumieren. Bei Kindern lässt sich der Gleichgewichtssinn zudem spielerisch an verschiedene Bewegungsreize gewöhnen – etwa durch regelmäßiges Schaukeln oder Trampolinspringen.
Während der Fahrt kommt es vor allem darauf an, widersprüchliche Sinneseindrücke zu vermeiden. Ein Nackenkissen kann dabei helfen, den Kopf ruhig zu halten. Musik, Podcasts oder Hörbücher sorgen für Ablenkung, während Bücher und Smartphones besser im Rucksack bleiben. Der Blick auf einen Bildschirm kann den Konflikt zwischen visueller Wahrnehmung und Gleichgewichtssinn verstärken und damit Übelkeit begünstigen.
Auch kleine, trockene Snacks können unterwegs hilfreich sein. Kaubewegungen werden häufig als angenehm empfunden. Bei der Auswahl des Proviants lohnt es sich zugleich, sehr schwere oder individuell schlecht verträgliche Speisen zu vermeiden.
Erste Anzeichen einer beginnenden Reiseübelkeit sind häufig Blässe, kalter Schweiß, vermehrter Speichelfluss oder ein flaues Gefühl im Magen. Dann sollte möglichst früh reagiert werden. Eine kurze Pause, frische Luft, ruhiges und langsames Atmen oder ein Fahrerwechsel können helfen, den Körper wieder zu stabilisieren.
Eine weitere Möglichkeit ist die Druckmassage des sogenannten Nei-Kuan-Punktes. Er liegt auf der Innenseite des Unterarms, etwa zwei Zentimeter unterhalb des Handgelenks. Eine sanfte Massage dieses Bereichs wird traditionell bei Übelkeit eingesetzt.
Wer die Autofahrt entspannt beginnen möchte, sollte vor allem eines vermeiden: den eigenen Körper zu überfordern. Ausreichend Schlaf, leichte Kost, frische Luft und regelmäßige Pausen schaffen gute Voraussetzungen dafür, dass auch kurvenreiche Strecken entspannt bleiben.



