Der Tag beginnt im Isla Brown Corinthia Resort direkt an der Küste des Saronischen Golfs, und vor der Kulisse des glitzernden Meeres stehen sie bereit, die neuen Ferrari Amalfi Spider.
Kaum ein Ort könnte passender sein, um Ferraris neues Modell kennenzulernen. Fein herausgeputzt präsentiert sich der Amalfi Spider in Rosso Tramonto mit Blu Lipari-Lederausstattung und Kontrastnähten. Ganz nach meinem Geschmack. Nach einer kurzen Einschulung und Präsentation ist es soweit. Die Route führt zunächst entlang der Küste südlich von Athen über die Autobahn bevor sie nach einigen Ortsdurchfahrten ins bergige Hinterland übergeht. Hier warten schmale, einsame Asphaltbänder, die sich in unzähligen Kurven durch die Landschaft schlängeln und den Blick auf die umliegenden Berge und weite Ebenen freigibt. Das perfekte Terrain, um das fahrdynamische Potenzial des Amalfi Spider auszuloten und den Roma-Nachfolger kennenzulernen. Am Ende schließt sich der Kreis mit der Rückkehr an die Küste und ins Hotel. Was dazwischen liegt, ist purer Fahrspaß, ein automobiles Erlebnis im offenen Ferrari.
Schon beim ersten Blick wird klar, dass Ferrari mit dem Amalfi nicht einfach den Roma ersetzt, sondern dessen Konzept konsequent weiterentwickelt und einige Problemstellen des Roma verbessert hat. Die klassischen GT-Proportionen bleiben erhalten: lange Motorhaube, weit nach hinten gerückte Fahrgastzelle und eine kraftvoll modellierte Hinterpartie. Gleichzeitig wirkt das Design deutlich reduzierter und moderner. Präzise Linien, eine selbstbewusst gestaltete Front und ein breites Heck verleihen dem Amalfi mehr Präsenz, ohne seine elegante Leichtigkeit zu verlieren. Für die 20-Zoll-Räder wurden eigens vier verschiedene Leichtmetallfelgen entworfen, die dem Spider recht gut zu Gesicht stehen. Im Cockpit setzt sich dieser Eindruck fort. Fahrer und Beifahrer sitzen in einer klar gegliederten, hochwertig verarbeiteten Umgebung aus feinem Leder, Aluminium und digitalen Anzeigen. Ferrari hat auf die Kritik am Roma reagiert und bringt an entscheidenden Stellen wieder physische Tasten zurück, wenn manchmal auch etwas klein. Das erleichtert die Bedienung spürbar und sorgt dafür, dass sich der Fahrer stärker auf das Wesentliche konzentrieren kann: die Straße.
Ein Druck auf den roten Startknopf genügt und der bekannte 3,9-Liter-V8-Biturbo erwacht zum Leben. Mit 640 PS, 760 Newtonmetern Drehmoment, einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,3 Sekunden und 320 km/h Höchstgeschwindigkeit liefert der Achtzylinder beeindruckende Leistungsdaten. Doch entscheidender als die Zahlen ist die Art, wie der Motor seine Kraft entfaltet. Zunächst geht es entspannt entlang der Küstenstraße. Das Meer liegt zur Rechten, Pinien säumen die Straße, und der Verkehr lichtet sich schnell. Hier zeigt sich die kultivierte Seite des Amalfi. Das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet nahezu unmerklich, die adaptive Federung absorbiert selbst schlechteren Asphalt souverän und die präzise Lenkung vermittelt bereits bei niedrigem Tempo ein außergewöhnlich direktes Fahrgefühl.
Einen ausführlichen Bericht über das neue Modell von Ferrari lesen Sie in TD 3-2026!








