Das Ferienauto der Deutschen

Eine aktuelle Studie zur Mietwagennutzung zeigt: Für viele Deutsche gehört das Ferienauto längst zum Haupturlaub. Entscheidend sind dabei vor allem Preis, geringe Selbstbeteiligung und ein transparentes Leistungspaket.

Der Mietwagen ist für deutsche Urlauber ein vertrautes Instrument, um sich am Reiseziel unabhängig zu bewegen. Laut Reiseanalyse 2026 entfallen neun Prozent aller Urlaubsreisen mit mindestens fünf Übernachtungen auf Reisen mit einem Mietwagen. Das entspricht mehr als sechs Millionen Urlauben. Rund 90 Prozent dieser Anmietungen finden im Rahmen der wichtigsten Urlaubsreise des Jahres statt.

Besonders häufig geht es dabei in die klassischen europäischen Ferienregionen. Spanien, Griechenland und Portugal zählen zu den bevorzugten Zielen, wobei zwei Drittel der Mietwagenreisen zwischen Juni und September stattfinden. Die Anreise erfolgt nahezu immer mit dem Flugzeug. Im Durchschnitt bleiben die Reisenden 15 Tage, das durchschnittliche Urlaubsbudget liegt bei knapp 2.000 Euro pro Person.

Freiheit am Urlaubsort

Der Mietwagen dient dabei weniger als reines Transportmittel denn als Basis für individuelle Mobilität. Ausflüge und tägliche Wege am Urlaubsort stehen bei der Nutzung im Vordergrund. Flexibilität und Eigenständigkeit sind die wichtigsten Gründe für die Anmietung, ebenso die Möglichkeit, ein Reiseziel im Rahmen einer Rundreise intensiver kennenzulernen.

Das zeigt sich auch bei der Wahl der Destinationen. Knapp die Hälfte der Mietwagenreisenden besucht das jeweilige Urlaubsland zum ersten Mal. Gerade in unbekannter Umgebung bietet das eigene Fahrzeug die Möglichkeit, auch abgelegenere Orte und unterschiedliche Regionen eines Landes ohne feste Fahrpläne zu entdecken.

Die Erfahrungen fallen dabei überwiegend positiv aus. 91 Prozent der Befragten hatten bei ihrem letzten Mietwagenurlaub keinerlei Probleme. Rund 38 Prozent greifen zudem bei nahezu jedem Urlaub auf einen Mietwagen zurück.

Kompakt statt überdimensioniert

Beim Fahrzeug selbst bevorzugen die Deutschen Pragmatismus. 48 Prozent entscheiden sich für kompakte Modelle oder Fahrzeuge der Mittelklasse, weitere 32 Prozent für Kleinst- und Kleinwagen. Bei der Ausstattung steht die Klimaanlage an erster Stelle, gefolgt von Navigationssystem und einem ausreichend großen Kofferraum.

Nur neun Prozent der Befragten würden rückblickend ein größeres Fahrzeug wählen. Für die meisten scheint damit weniger die Fahrzeuggröße als vielmehr eine passende Kombination aus Komfort, Alltagstauglichkeit und Kosten zu zählen.

Der Preis bleibt entscheidend

Bei der Buchung zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Preis ist das wichtigste Auswahlkriterium, dicht gefolgt von einer möglichst geringen oder vollständig ausgeschlossenen Selbstbeteiligung. An dritter Stelle stehen umfassende All-inclusive-Leistungen.

Der Wunsch nach Transparenz ist nachvollziehbar. Unerwartete Kosten für Schäden oder zusätzliche Leistungen zählen zu den häufigsten Ärgernissen rund um die Mietwagenbuchung. 48 Prozent der Befragten bevorzugen deshalb Angebote, bei denen möglichst viele Leistungen bereits inkludiert sind.

Dabei lohnt der Blick über den reinen Mietpreis hinaus. Ein günstiges Angebot kann durch Selbstbeteiligungen, Versicherungen oder zusätzliche Gebühren am Ende deutlich teurer werden. Für Reisende wird damit vor allem die Vergleichbarkeit des Gesamtpakets zum entscheidenden Faktor.

Zwischen früher Entscheidung und später Buchung

Interessant ist auch der Zeitpunkt der Buchung. Die Entscheidung, einen Mietwagen zu benötigen, fällt bei vielen Reisenden relativ früh: 37 Prozent beschäftigen sich ein bis drei Monate vor Reisebeginn mit dem Thema, weitere 24 Prozent noch früher.

Die tatsächliche Reservierung folgt jedoch häufig erst später. 32 Prozent buchen innerhalb von ein bis drei Monaten vor der Abreise, 35 Prozent sogar noch kurzfristiger. 16 Prozent reservieren das Fahrzeug erst am Urlaubsort.

Gerade bei stark nachgefragten Ferienzeiten kann diese Zurückhaltung Nachteile haben. Mit zunehmender Nähe zum Reisetermin können sowohl die Auswahl an Fahrzeugen als auch die Preisgestaltung weniger attraktiv ausfallen. Eine frühzeitige Buchung schafft zudem mehr Möglichkeiten, Versicherungsumfang, Selbstbeteiligung und Zusatzleistungen in Ruhe miteinander zu vergleichen.

Das Ferienauto bleibt damit ein vergleichsweise nüchternes Reiseinstrument – und gerade darin liegt sein Reiz. Es geht weniger um das besondere Fahrzeug als um die Freiheit, ein Reiseziel nach dem eigenen Rhythmus zu erleben.

sunnycars.de

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