In den Dünen von Marokko hat sich eine junge Rallye-Mannschaft in die Geschichtsbücher gefahren – und mit ihr eine Marke, die sich das Unmögliche zum Programm gemacht hat.
Zagora, am Rand der Sahara, Anfang Oktober: Staub liegt über der Wüstenstadt, als die letzten Fahrzeuge der Rallye du Maroc ins Ziel rollen. Es ist der Schlusspunkt einer Saison, die für Defender Rally mit einer klaren Ambition begonnen hatte und nun mit dem höchsten denkbaren Ergebnis endet. Rokas Baciuška und sein Co-Pilot Oriol Vidal werden als Fahrer- und Beifahrer-Weltmeister der Stock-Klasse in der FIA World Rally-Raid Championship (W2RC) gekrönt – im allerersten Jahr, in dem Defender in dieser Serie antritt.
Die Rallye du Maroc selbst ging an ein anderes Duo aus dem eigenen Team: Stéphane Peterhansel und Mika Metge sicherten sich mit einer Gesamtzeit von 20:53:52 Stunden den Tagessieg, vor Yasir Seaidan und Jean-Michel Polato (Toyota Land Cruiser, +56 Minuten) sowie Baciuška und Vidal auf Platz drei. Sara Price und Sean Berriman komplettierten als Vierte ein starkes Ergebnis für Defender. Über 2.458 Kilometer Wertungsprüfungen führte die Strecke durch Geröllpisten, schnelle Sandabschnitte und die charakteristischen Dünen der Sahara – ein Terrain, das Mensch und Maschine bis an die Grenzen forderte und zugleich den passenden Schlussakkord für Defenders erste W2RC-Saison setzte.
Den Weltmeistertitel entschieden Baciuška und Vidal nicht in Marokko, sondern über die gesamte Saison hinweg: Mit 233 Punkten – darunter der Sieg bei der Rallye Dakar im Januar sowie zweite Plätze bei der bp Ultimate Rally-Raid Portugal und der Desafío Ruta 40 in Argentinien – setzten sie sich vor Peterhansel/Metge (220 Punkte) sowie Price/Berriman (194 bzw. 157 Punkte) durch. Für Baciuška ist es bereits der vierte Rallye-Raid-Titel seiner Karriere, nach SSV-Weltmeisterschaften 2022 und 2023 sowie dem Challenger-Titel 2024 – nun erstmals in der Stock-Klasse.
„Es ist unglaublich, Stock-Champion zu sein. Es war eine lange Saison“, sagte Baciuška nach dem Zieleinlauf. „Das ist nicht nur meine Leistung hinterm Lenkrad, sondern die der ganzen Mannschaft – der Mechaniker und Ingenieure, ohne die wir das nie erreicht hätten.“ Vidal, der die Navigation über die gesamte Saison mit bemerkenswerter Präzision führte, ergänzte: „Wir wollten nicht pushen, sondern konstant bleiben und unser Bestes geben. Das hat sich ausgezahlt.“
Mit Siegen bei jeder einzelnen W2RC-Veranstaltung, der die Marke angetreten ist, sicherte sich Defender Rally parallel auch die Stock-Konstrukteursmeisterschaft mit 507 Punkten – ein Gleichklang aus Fahrer- und Markenerfolg, der selten so geschlossen gelingt. Teamchef Ian James sprach von einem „phänomenalen“ Jahr: „Ergebnisse wie dieses entstehen nicht allein aus Leistung, sondern aus der Kameradschaft und der Kultur innerhalb des Teams.“ Auch die FIA würdigte die Leistung: Jérôme Roussel, Cross-Country-Kategoriemanager des Verbands, nannte es „eine historische Saison“ – schließlich wurden 2026 erstmals überhaupt Stock-Titel in den Kategorien Konstrukteure, Fahrer und Beifahrer vergeben.
Im Zentrum der Kampagne steht der Defender D7X-R, abgeleitet vom leistungsstärksten Serien-Defender, dem OCTA. Der 4,4-Liter-Biturbo-V8 und die Achtgang-Automatik aus dem Serienmodell treffen auf eine für den Rallye-Raid-Einsatz entwickelte Fahrwerksabstimmung, vergrößerte Bodenfreiheit, verbreiterte Spur sowie verstärkte Kühlung und Unterbodenschutz. Das Debütjahr diente damit zugleich als Belastungstest für die Marke selbst – über lange Wertungsprüfungen und wechselndes, forderndes Terrain hinweg.
Mit dem Titel in der Tasche richtet sich der Blick bereits auf das zweite Jahr des auf drei Saisons angelegten W2RC-Programms. Los geht es mit der Rallye Dakar am 1. Januar 2027. „Wir kommen nächstes Jahr zurück, um erneut um die Meisterschaft zu kämpfen – bei jedem einzelnen Rennen“, kündigte Ian James an. Unterstützt wurde die Saison 2026 von den Partnern Castrol, YETI, Bilstein und Bell & Ross sowie den offiziellen Ausrüstern Shackleton und Alpinestars.




