Im Herzen Venedigs hat Maresa Hörbiger einen intimen Ort für Literatur geschaffen. Der „Salotto del Leone“ verbindet persönliche Atmosphäre mit ausgewählten Texten der deutschsprachigen Kultur.
Über Jahrzehnte hinweg prägte Maresa Hörbiger als Kammerschauspielerin das Ensemble des Wiener Burgtheater und gehörte zu den markanten Stimmen der deutschsprachigen Bühne. Engagements führten sie unter anderem an das Schillertheater, das Renaissance-Theater Berlin sowie an das Schauspielhaus Hamburg. Parallel dazu war sie in Film- und Fernsehproduktionen präsent, darunter die Serien Kommissar Rex und Tatort sowie die Produktion Dr. Klein. In der Filmbiografie Romy verkörperte sie die Mutter von Romy Schneider.
Bereits in Wien verwirklichte Hörbiger mit dem Kultursalon Hörbiger ein Format, das den Austausch zwischen Künstlern verschiedener Generationen und Regionen suchte. Persönlichkeiten wie Michael Haneke und Friedrich Cerha begleiteten das Projekt. In den vergangenen Jahren verlagerte sich ihr künstlerischer Fokus zunehmend auf literarische Lesungen in ausgewählten Räumen, darunter das Weissgoldzimmer im Schloss Schönbrunn.
Die Verbindung zu Venedig besteht seit vielen Jahren. Eine Einladung des Deutsches Studienzentrum Venedig, bei der sie Arthur Schnitzlers Novelle Casanovas Heimfahrt interpretierte, wurde zum Ausgangspunkt für ein neues Kapitel. 2025 gründete sie in ihren privaten Räumlichkeiten den „Salotto del Leone“ – einen kleinen, bewusst persönlichen Literatur-Salon, eröffnet mit Texten aus der Autobiografie von Peggy Guggenheim.
Seither finden hier regelmäßig Lesungen in kleinem Kreis statt. Für bis zu 20 Gäste gestaltet Hörbiger Abende, die literarische Werke mit einer ruhigen, salonartigen Atmosphäre verbinden. Das Programm umfasst unter anderem eine Hommage an Peggy Guggenheim, einen dramatischen Monolog über Elisabeth von Österreich basierend auf einem Text von Gábor Nógrádi sowie erneut Casanovas Heimfahrt.
Der „Salotto del Leone“ steht für eine Form der literarischen Begegnung, die sich bewusst von großen Bühnen entfernt und stattdessen auf Nähe, Konzentration und inhaltliche Tiefe setzt. Termine sind zwischen Februar und Dezember nach Vereinbarung möglich.
© Martin Lifka Photography
